Im Mai 2002 veröffentlichte Waits mit „Alice“ und „Blood Money“ zwei komplette Alben an einem Tag. Die Songs stammten in beiden Fällen aus Theaterproduktionen, die da schon einige Zeit zurücklagen: „Alice“ war eine „Alice im Wunderland“-Variation fürs Hamburger Thalia-Theater aus dem Jahre 1992; „Blood Money“ enthält die Songs zu einer 2000er Inszenierung von Büchners „Woyzeck“ am Kopenhagener Betty Nansen-Theater. Nachdem der Songwriter beschlossen hatte, daß diese Song-Sammlungen doch zu schade wären, um in Zeit und Raum verlorenzugehen, spielte er kurzerhand beide Zyklen neu ein. Der frühere enthält überwiegend Waits-Balladen klassischen Zuschnitts; warm instrumentiert mit Streichern, Klarinette und Harmonium. Täuschen lassen sollte man sich jedoch nicht, die ironische Distanz zum Stoff ist spürbar. Auf „Blood Money“ stehen hingegen Percussion-Instrumente im Vordergrund, die „Bone Machine“ ist nicht weit weg. Delirierende Rhythmik, ein Album wie ein Fiebertraum, dem Stoff entsprechend. Daß es sich um Theatermusik handelt, ist beiden Alben anzuhören. Das ist alles andere als ein Makel: Die Tradition, in der das hier steht, ist durchaus die von Brecht und Weill. Und im Grunde ist ja jedes Tom Waits-Album (außer möglicherweise den ganz frühen) ohnedies eine Inszenierung… (2002/2017)
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